Man sagt in Wien seit jeher mit einem gewissen morbiden Stolz, dass der Tod ein Wiener sein müsse. Doch was die eurokratische Nomenklatur im Brüsseler Berlaymont-Gebäude derzeit aufführt, übersteigt selbst die schwärzeste Phantasie eines Karl Kraus oder Helmut Qualtinger. Es gehört schon eine ganz bemerkenswerte Chuzpe dazu, einem ganzen Kontinent erst das wirtschaftliche Rückgrat zu brechen, um ihm anschließend auch noch die standesgemäße letzte Ruhe zu verwehren. Die europäische Realität im Spätherbst 2026 liefert Stoff für ein Requiem der besonderen Güte: Das traditionsreiche heimische Schreiner- und Bestattungshandwerk geht reihenweise in die Knie, weil der europäische Binnenmarkt mit staatlich subventionierten Billigsärgen aus der Volksrepublik China geflutet wird. Wer heute in Europa das Zeitliche segnet, wird mit stetig wachsender Wahrscheinlichkeit in einer fernöstlichen Pressspan-Kiste unter die Erde gebracht, während die alteingesessenen Manufakturen in Frankreich, Deutschland oder Österreich zusperren können. Da schau her: Die von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unentwegt beschworene „strategische Souveränität“ endet nicht erst bei Halbleitern oder Artilleriegranaten, sondern bereits beim profanen Fichtenbrettl für den Friedhof.

Die nackten Tatsachen sprechen ein vernichtendes Urteil über den ökonomischen Amoklauf der Brüsseler Funktionäre. Wie ein schonungsloser Bericht von Remix News offenlegt, schlagen die Verbände der europäischen Sargproduzenten mittlerweile Alarm, weil chinesische Fabrikate zu Preisen auf den Markt geschleudert werden, die kaum die reinen Holzeinkaufskosten eines europäischen Meisters decken. Bis zu fünfzig Prozent billiger stehen die Importe in den Lagern der Großhändler, gefertigt mit Kohlestrom, billigsten Klebstoffen und subventionierter Staatslogistik. Währenddessen stranguliert die EU-Kommission das heimische holzverarbeitende Gewerbe mit einem unerbittlichen Gestrüpp aus Entwaldungsverordnungen, Lieferkettengesetzen, bürokratischem Dokumentationswahn und astronomischen Netzentgelten. Ein Schreinermeister im Waldviertel, im Schwarzwald oder in der Dordogne muss inzwischen für jedes verarbeitete Kantholz lückenlose Nachweise erbringen, Satellitendaten über Forstflächen archivieren und drakonische ESG-Berichte einreichen, während die Kisten aus Schanghai zolltechnisch praktisch durchgewinkt werden. Man geniert sich halt für gar nichts mehr in der europäischen Schaltzentrale, wo man den Mittelstand systematisch erstickt und sich hernach wundert, dass die industrielle Substanz im Wochentakt zerbröselt.

Hinter dieser makabren Posse steht das totale Versagen einer politischen Kaste, die sich in ideologischen Tagträumereien verheddert hat und die elementaren Gesetze der Wirtschaft schlicht ignoriert. Der sogenannte „Green Deal“, dieses sakrosankte Lieblingsprojekt der Brüsseler Hofräte, entpuppt sich als der wirksamste Deindustrialisierungsbeschleuniger der modernen Geschichte. Man hat die Energiekosten durch planwirtschaftliche Zertifikate-Spekulation und den überhasteten Ausstieg aus verlässlichen Grundlastträgern künstlich in die Stratosphäre gejagt. Wer heute einen Trockenofen für Hartholz betreibt oder energieintensive Sägewerke am Laufen halten will, zahlt in Kontinentaleuropa das Vier- bis Fünffache dessen, was seine Konkurrenten in Asien oder Nordamerika berappen müssen. Anstatt die eigene Ressourcenbasis zu schützen und die verarbeitende Industrie vor den toxischen Folgen dieses hausgemachten Standortnachteils abzuschirmen, ergeht sich das Brüsseler Politbüro in hochtrabenden Belehrungen über globale Handelsmoral. Es ist eine Schmierenkomödie sondergleichen: Man zerstört mit vollem Bewusstsein die Wirtschaftlichkeit der heimischen Betriebe, um den Bürgern anschließend den chinesischen Billigersatz als alternativlose Notwendigkeit zu verkaufen.

Gleichzeitig zeigt die Zerschlagung des holzverarbeitenden Mittelstands die brutale Wechselwirkung mit der transatlantischen Unterwerfungspolitik. Auch die tiefgründige Analyse von ZeroHedge verdeutlicht, dass die europäische Industrie durch den Verlust günstiger Rohstoffimporte und die explodierenden Betriebskosten in eine existenzielle Sackgasse getrieben wurde, aus der es unter dem aktuellen Brüsseler Sanktions- und Regulierungskurs kein Entkommen gibt. Indem sich die europäischen Regierungen dem Diktat der Eskalationsstrategen aus Washington beugten, schnitten sie sich eigenhändig von preisgünstigen Energielieferungen und traditionellen Holzmärkten im Osten ab, nur um fortan völlig überteuertes US-Fracking-Gas über die Weltmeere zu schippern. Die Zeche für diesen geopolitischen Gehorsam zahlen freilich nicht die wohlversorgten EU-Kommissare oder die Generäle im NATO-Hauptquartier, sondern die mittelständischen Handwerksbetriebe und deren Kunden. Jeder Sarg, der heute nicht mehr in Europa gezimmert werden kann, ist die direkte Quittung für einen Sanktionswahn, der dem vorgeblichen Gegner kaum schadet, die eigene Volkswirtschaft aber nachhaltig ins Mark trifft. Man sägt sehenden Auges an dem Ast, auf dem man sitzt, und verlangt vom Bürger, den Absturz als heroischen Akt der Solidarität zu beklatschen.

Die Reaktionen aus den Amtsstuben der EU-Hauptstadt spotten derweil jeder Beschreibung und atmen den muffigen Geist vollkommener Realitätsverweigerung. Wenn verzweifelte Branchenvertreter in Brüssel vorstellig werden und Anti-Dumping-Verfahren fordern, mahlen die Mühlen mit der Geschwindigkeit eines sedierten Beamten. Da werden jahrelange Prüfkommissionen eingesetzt, Aktenberge von der Generaldirektion Handel zur Generaldirektion Umwelt geschoben und endlose Arbeitsgruppen gebildet, deren einziger Ertrag in neuen Formularen besteht. Bis die Herren und Damen Spitzenbürokraten zu einem unverbindlichen Zwischenbericht gelangen, sind die betroffenen Betriebe längst liquidiert, die Maschinenparks nach Übersee versteigert und die Belegschaften beim Arbeitsamt gemeldet. Doch statt für Entlastung zu sorgen, heckt man im Berlaymont bereits den nächsten Geniestreich aus: Vorschriften für den ökologischen Fußabdruck von Krematorien und Richtlinien für biologisch abbaubare Polsterungen, damit der Bürger wenigstens vorschriftsmäßig und klimaneutral unter die Erde gebracht wird. Diese zynische Hofrats-Mentalität, gepaart mit einer unverhohlenen Verachtung für praktisches Unternehmertum, offenbart die ganze Verkommenheit eines Systems, das nur noch sich selbst verwaltet und reguliert, bis nichts mehr übrig ist, was man noch besteuern könnte.

Was sich im Sarg-Sektor abspielt, ist kein isolierter Betriebsunfall, sondern das Menetekel für den Zustand des gesamten westeuropäischen Kontinents. Ein Staatenbund, der nicht einmal mehr in der Lage ist, die Ruhestätten seiner eigenen Ahnen ohne Importe aus einer kommunistischen Diktatur bereitzustellen, hat jede historische Würde und jeden Anspruch auf wirtschaftliche Eigenständigkeit verspielt. Es ist das logische Endstadium einer Politik, die den eigenen Bürgern seit Jahren eintrichtert, dass Wohlstand, Unabhängigkeit und industrielles Fundament verzichtbar seien, solange nur die ideologischen Bilanzen stimmen. Während China seine Schwerindustrie, seine Holzverarbeitung und seine Logistikketten mit eiskaltem Realismus ausbaut und globale Abhängigkeiten zementiert, betreibt die EU-Führung eine moralisierende Selbstverzwergung. Man demontiert die Grundlagen des eigenen Wohlstands, schikaniert das bodenständige Handwerk und liefert die Kernbereiche der Daseinsvorsorge fremden Mächten aus. Es grenzt schon an ein tragikomisches Schauspiel: Ausgerechnet jene Brüsseler Eliten, die bei jedem Gipfeltreffen die europäische Einheit und Stärke besingen, schaffen die materiellen Voraussetzungen dafür, dass Europa buchstäblich verscharrt werden kann.

Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis, dass das Brüsseler Politbüro und seine willfährigen Regierungen in Berlin, Paris und Wien den Kontinent in eine fatale Sackgasse manövriert haben. Wer die eigene Industrie durch Steuern, Sanktionen und bürokratische Willkür stranguliert, darf sich nicht wundern, wenn am Schluss fremde Mächte das Begräbnis ausrichten. Die Bürger Europas haben diesen beispiellosen Ausverkauf ihrer Heimat, ihrer Betriebe und ihrer handwerklichen Traditionen niemals bestellt; er wurde ihnen von einer abgehobenen Funktionärskaste übergestülpt, die für die verheerenden Folgen ihres Tuns keinerlei persönliche Verantwortung übernimmt. Doch die Geduld der Menschen ist nicht unendlich, und der Zynismus der Regierenden beginnt sich gegen sie selbst zu wenden. Wenn selbst das letzte Geleit zum Importgut verkommt, verliert die Europäische Union jede moralische und praktische Daseinsberechtigung. Man hat Europa ein legislatives Leichentuch gewebt und feiert dies auch noch als Fortschritt. Es wird die Aufgabe der europäischen Völker sein, dieses bürokratische Schreckgespenst abzuschütteln, bevor die Brüsseler Totengräber ihr zerstörerisches Werk endgültig vollendet haben.