Es gibt Momente in der Weltgeschichte, in denen selbst der hartgesottenste Beobachter das Gefühl beschleicht, dass wir von Geisterfahrern regiert werden, während draußen auf den Weltmeeren die echten Piraten das Kommando übernehmen. Wer in diesen Tagen einen Blick auf die globalen Schifffahrtswege wirft, reibt sich ungläubig die Augen. Da marschieren iranisch unterstützte Milizen im Jemen vor, besetzen strategische Nadelöhre wie den Hafen von Mocha und rücken unaufhaltsam auf Bab al-Mandeb vor, während in den westlichen Hauptstädten noch immer ernsthaft über gendergerechte Sprachregelungen oder den nächsten Klimakleber-Gipfel debattiert wird. Der Ernst der Lage hat einen Namen, und dieser Name lautet nackte Erpressung. Wie ein Bericht von Fox News detailliert ausführt, bedroht dieser jüngste territoriale Griff nach dem Roten Meer gleich die nächste fundamentale Lebensader des globalen Handels, nachdem der Persische Golf ohnehin schon unter Dauerbeschuss steht.

Die Qualitätspresse hierzulande versucht diesen dramatischen Realitätsverlust freilich mit einer bemerkenswerten Mischung aus Ignoranz und sprachlicher Kosmetik zu überspielen. Man schreibt von regionalen Spannungen, von temporären Verzögerungen in den Lieferketten und bemüht gebetsmühlenartig die Formel von der diplomatischen Deeskalation, als ob man bewaffnete Fanatiker mit gut gemeinten Broschüren aus dem Auswärtigen Amt von ihrem blutigen Handwerk abbringen könnte. Es ist diese rituelle Realitätsverweigerung der Berliner und Brüsseler Eliten, die jeden klardenkenden Menschen fassungslos zurücklässt. Während Tanker und Frachter gigantische Umwege um Afrika fahren müssen, weil im Suezkanal und drumherum die Hölle los ist, fabulieren irgendwelche Kommissionen über grüne Transformation und digitale Souveränität. Man feiert sich für Papiere, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden, während die reale Welt brennt und die Energiekosten für den Bürger durch die Decke gehen.

Dass dieser maritime Terror keineswegs im luftleeren Raum stattfindet, sondern direkt in die Taschen der Verbraucher greift, wird in den Sonntagsreden geflissentlich verschwiegen. Wenn der Brent-Rohölpreis die Marke von über 100 Dollar knackt und der Tagesspiegel treffend vor einem Frontalangriff auf die Versorgungsgrundlage warnt, während Milizen zentrale Ölhandelswege abriegeln, dann erleben wir gerade den Prolog zum großen wirtschaftlichen Sturm. Es ist die pure Hybris zu glauben, eine hochgradig vernetzte Industrienation könne sich von den physischen Realitäten des Welthandels abkoppeln, nur weil man sich im heimischen Parlament gemütlich eingerichtet hat. Die Logistik ist das Rückgrat unseres Wohlstands, und wenn dieses Rückgrat von Terroristen mit Drohnen und Schnellbooten zermahlen wird, dann bricht das Kartenhaus eben ein.

Man muss sich die Absurdität einmal auf der Zunge zergehen lassen: Seit Jahren predigt der Westen den freien Welthandel und die Unverbrüchlichkeit internationaler Seewege. Doch wenn es darauf ankommt, herrscht in den Chefetagen der westlichen Demokratien eine Mischung aus Feigheit und strategischer Impotenz. Man will niemanden verärgern, man will keine Eskalation riskieren und schaut stattdessen lieber zu, wie iranische Stellvertreter einen Chokepoint nach dem anderen abriegeln. Die Folgen baden am Ende jene aus, die ohnehin schon unter der Rekordinflation und den explodierenden Nebenkosten stöhnen. Der kleine Handwerker, die mittelständische Spedition, der normale Angestellte – sie alle dürfen die Zeche für eine geopolitische Leichtfertigkeit zahlen, die ihresgleichen sucht.

Es zeigt sich hier einmal mehr die ganze Verkommenheit einer Politik, die Probleme lieber aussitzt, als Ross und Reiter zu nennen. Der islamistische Terror an den weltweiten Nadelöhren ist keine Naturkatastrophe, gegen die man machtlos wäre. Er ist das Resultat jahrelanger Appeasement-Politik und einer fundamentellen außenpolitischen Orientierungslosigkeit. Wer den Feinden der offenen Gesellschaft stets nur mit besorgten Mienen und milden Appellen begegnet, darf sich nicht wundern, wenn am Ende die Lichter ausgehen und die Regale leer bleiben. Die westliche Welt agiert wie ein angeschlagener Boxer, der nach jeder schmerzhaften Linken noch darum bittet, auf die andere Wange geschlagen zu werden.

Wie lange wollen wir eigentlich noch zusehen, wie ideologische Phantasten und schwache Politiker unsere wirtschaftliche Existenzgrundlage verspielen, während draußen auf den Weltmeeren die Schifffahrtswege kollabieren? Steht uns hier ein historischer Epochenbruch bevor, den die etablierte Politik schlicht ignoriert, bis es zu spät ist? Schreiben Sie uns Ihre ungefilterte Sicht der Dinge und Ihre Meinung dazu unbedingt in die Kommentare.