Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, wenn politische Geisterfahrer versuchen, den Abgesang eines Imperiums als siegreiche Transformation zu tarnen. Wer den Blick nach Osten wendet, dorthin, wo die sogenannten Schwellenländer längst zu den Architekten einer neuen Realität geworden sind, erkennt das nackte Grauen der westlichen Finanzeliten. Wie berichtet wird, treibt vor allem die Führung in Teheran den Abschied von der Weltreservewährung mit einer Entschlossenheit voran, die jeden Notenbanker in Frankfurt und Washington in Schnappatmung versetzen müsste. Doch während die finanzielle Erdrosselung des Westens in Echtzeit stattfindet, debattieren unsere heimischen Talkshows lieber über das rhetorische Niveau irgendwelcher Hinterbänkler oder die Gender-Sternchen auf dem Kantinenspeiseplan.
Man muss sich diese historische Bankrotterklärung einmal auf der Zunge zergehen lassen. Jahrhundertelang reichte der Wink aus Washington, um ferne Märkte gefügig zu machen. Wer nicht spuren wollte, wurde vom SWIFT-System abgeklemmt oder erlebte sein blaues wirtschaftliches Wunder. Doch was erleben wir heute? Ein loser Haufen autokratischer und aufstrebender Staaten pfeift auf das imperiale Diktat, gründet alternative Handelsstrukturen und schüttelt das US-Dollar-Monopol ab wie lästige Flöhe. Die BBC analysiert treffend, dass dieser Schulterschluss zwar von tiefen internen Widersprüchen geplagt ist, das übergeordnete Ziel jedoch wie ein Betonfundament trägt: Nie wieder vom Wohlwollen des amerikanischen Hegemons abhängig sein.
Natürlich reagiert die deutsche und europäische Qualitätspresse auf diesen tektonischen Versatz in der Weltwirtschaft mit der gewohnten, pathosgeschwängerten Realitätsverweigerung. Da wird krampfhaft versucht, den schleichenden Exodus aus dem Dollarkorridor als unwichtige Randnotiz oder als vorübergehenden, chaotischen Aussetzer einer radikalisierten Peripherie zu verkaufen. Man schreibt sich die Finger wund, um den besorgten Bürgern zu erklären, dass der Euro und der Dollar in ihrer unendlichen Stabilität unangetastet bleiben, während im selben Moment die globalen Energieströme in Gold, Yuan und Rupien abgerechnet werden. Es ist jene verordnete Wohlfühl-Propaganda, die jeden Kontrollverlust in einen moralischen Triumph umdeutet und so tut, als brenne das Haus nicht, während die Flammen bereits das Dachgeschoss erreicht haben.
Wer die Zeichen der Zeit ignoriert und sich weiterhin in der wohligen Illusion wärmt, der Westen diktiere die Spielregeln des Planeten, verwechselt hartes geo-ökonomisches Kalkül mit dem Wunschdenken einer abgehobenen Funktionselite. Die Blockbildung verhärtet sich, und die Sanktionspeitsche der USA erweist sich zunehmend als zahnloser Tiger, der die Getroffenen längst nicht mehr einschüchtert, sondern lediglich zu kreativer Umgehung anstiftet. Iran prescht vor, weil man dort weiß, dass die Tage des imperialen Dollars gezählt sind. Währenddessen verharren unsere Politiker in einer Schockstarre aus Parteiengezerre und bürokratischer Nabelschau, unfähig, die strategischen Leitplanken für eine post-dollaräre Ära auch nur ansatzweise zu definieren.
Es grenzt an Realsatire, dass in dieser ohnehin schon wackligen Gemengelage aus geopolitischer Entmachtung und wirtschaftlicher Selbstzerstörung die Berliner Republik wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt. Man feiert administrative Schein-Erfolge, während der reale Wohlstand längst durch die ungedeckten Schuldenberge und die Währungserosion aufgefressen wird. Die Entkopplung vom Westen ist längst keine theoretische Bedrohung mehr, sondern gelebte Praxis in den Handelszentren von Schanghai bis Teheran. Wer das leugnet, leidet an fortgeschrittener politischer Demenz.
Wie bewerten Sie diesen halsbrecherischen Kurs der westlichen Eliten und den rasanten Bedeutungsverlust unseres Finanzsystems? Steht uns hier ein dramatischer Epochenbruch bevor, den unsere Regierenden absichtlich verschweigen? Schreiben Sie uns Ihre unbequeme Sicht der Dinge in die Kommentare.


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