Da schau her: Die Hoheit der moralinsauren Weltrettung bittet klammheimlich zum Kanossagang an die Zapfsäule. Jahrelang haben Ursula von der Leyen und ihre Brüsseler Hofschranzen den Bürgern das Heizen verleidet, den Verbrennungsmotor mit bürokratischer Inbrunst zu Grabe getragen, die Kernkraft mit Bannflüchen belegt und die europäische Industrie auf den Altar des heiligen Green Deal gezerrt. Jeder, der es wagte, die unerbittlichen Gesetze der Thermodynamik oder die simplen Grundregeln der Marktwirtschaft gegen das Dogma der Brüsseler Planwirtschaft ins Treffen zu führen, galt im Berlaymont wahlweise als Ewiggestriger, Klimasünder oder finsterer Saboteur des Fortschritts. Und nun? Nun stehen dieselben Hofräte mit zittrigen Händen im Keller, drehen mit spitzen Fingern den schweren Ventilhahn auf und zapfen die strategischen Notölreserven der Europäischen Union an, weil das hochgelobte Luftschloss der vermeintlich emissionsfreien Zukunft an der harten Realität des real existierenden Energiemangels zerschellt ist. Man geniert sich freilich keinen Deut. Während man dem Bürger per Verordnung vorschreibt, welche Heizung er gefälligst einzubauen hat und wie viel Gramm Fleisch er pro Woche noch kauen darf, pumpt die Kommission im Stillen das verfemte, kohlrabenschwarze Rohöl aus den unterirdischen Salzkavernen, um den drohenden Kollaps der europäischen Versorgungsnetze in letzter Sekunde zu kaschieren. Es ist eine Schmierenkomödie ersten Ranges, die man in Wien nicht schwärzer hätte inszenieren können.
Die Chuzpe, mit der dieses Brüsseler Politbüro agiert, spottet jeder Beschreibung und zeugt von einer Realitätsverweigerung, die fast schon pathologische Züge trägt. Da haben die Herrschaften in ihren klimatisierten Brüsseler Glaspalästen über Jahre hinweg hunderte Milliarden an hart erarbeiteten Steuergeldern in absurde Subventionssümpfe versenkt, bürokratische Monstren wie die EU-Lieferkettentaxe, Taxonomie-Kataloge und ausufernde Zensurapparate hochgezogen, während die industrielle Basis Kontinentaleuropas schlichtweg erstickt wurde. Wie Tichys Einblick treffend analysiert, offenbart die Freigabe der Notölreserven das nackte Scheitern der gesamten Brüsseler Transformationsideologie: Der sogenannte Green Deal frisst seine eigenen Kinder, bevor er überhaupt das Laufen gelernt hat. Man wollte die Welt durch moralische Belehrung und Dekarbonisierungszwang retten, doch am Ende reicht der flatterhafte Wind- und Sonnenstrom noch nicht einmal aus, um die Grundlast eines mittelgroßen Industriebetriebs verlässlich abzusichern. Wenn es kalt wird, wenn die Lieferketten reißen und wenn der Wind nicht weht, dann nützen all die wohlfeilen Papiere der Brüsseler Generaldirektionen gar nichts. Dann zählt plötzlich nur noch das, was die Bürokraten seit einem Jahrzehnt als Schmutz gebrandmarkt haben: verlässliche, bezahlbare fossile Energie. Man muss diesen Kontrast auf der Zunge zergehen lassen: Von der Leyen reist mit der Moralkeule durch die Welt, erklärt Entwicklungsländern, sie dürften ihre eigenen Ressourcen nicht fördern, und lässt zu Hause klammheimlich das Rohöl fließen, damit in den Chemieparks an Rhein, Rhone und Donau nicht die Öfen gänzlich erkalten.
Doch der Skandal beschränkt sich freilich nicht auf die wirtschaftliche Inkompetenz der Brüsseler Nomenklatura; er ist das direkte Resultat eines beispiellosen Sanktions-Selbstmordes, den die EU-Kommission im blinden Kadavergehorsam gegenüber Washington exerziert hat. Man hat mit einer Arroganz, die Karl Kraus zu unsterblichen Glossen inspiriert hätte, die historisch gewachsenen, kostengünstigen Energiepipelines aus dem Osten gekappt, ohne auch nur den Hauch eines funktionierenden Ersatzes in der Hinterhand zu haben. Stattdessen hat man sich dem Diktat der transatlantischen Falken unterworfen, kauft seither US-Fracking-Gas zum dreifachen Weltmarktpreis und lässt die eigene Industrie sang- und klanglos verbluten. Dass nun ausgerechnet dieselben Brüsseler Technokraten, die Europa in diese ruinöse Abhängigkeit manövriert haben, zu den eisernen Notreserven greifen müssen, die eigentlich für den Fall eines Weltkriegs oder einer existentiellen Naturkatastrophe reserviert waren, entbehrt nicht einer grausamen Ironie. Man verbrennt das Tafelsilber der strategischen Notfallvorsorge, um die Folgen der eigenen ideologischen Verblendung für ein paar Wochen vor den Wählern zu vertuschen. Ein Notvorrat ist per definitionem dafür da, unvorhersehbare, externe Schocks abzufedern – nicht aber, um das hausgemachte Versagen von Eurokraten zu übertünchen, die geglaubt haben, man könne eine hochkomplexe Industriegesellschaft mit Lastenfahrrädern, Quotenregulierungen und Parteitagsbeschlüssen betreiben.
Dabei zeigt sich in Brüssel jene fatale Mischung aus imperialer Anmaßung und provinzieller Feigheit, die der österreichische Dramatiker Helmut Qualtinger einst in der Figur des ewigen Mitläufers verewigte: Nach oben buckeln, nach unten treten und sich dabei noch für die moralische Vorhut der Menschheit halten. Während das Berliner Kanzleramt und der Élysée-Palast in Paris die Brüsseler Vorgaben mit serviler Ergebenheit abnicken, stöhnt der europäische Mittelstand unter der schwersten Deindustrialisierungswelle der Nachkriegszeit. Ganze Industriezweige – von der Grundstoffchemie über die Automobilzulieferer bis zur traditionsreichen Glas- und Stahlproduktion – wandern fluchtartig nach Nordamerika oder Asien ab, weil die Energiepreise in Europa durch Steuern, Abgaben und künstliche Verknappung jede globale Wettbewerbsfähigkeit pulverisiert haben. Was sagt das Berlaymont dazu? Man druckt neue Hochglanzbroschüren über nachhaltige Resilienz, während man gleichzeitig die Notölhähne aufdreht. Diese Hofrats-Mentalität, bei der das Verfassen eines Regulierungspapiers mit tatsächlicher Wertschöpfung verwechselt wird, hat Europa in ein geopolitisches Freilichtmuseum verwandelt. Man ist stolz darauf, die schärfsten Abgasnormen und die penibelsten CO2-Register der Welt zu besitzen, während rund um den Globus schallend darüber gelacht wird, wie sich ein einst wohlhabender Kontinent freiwillig den ökonomischen Garaus macht.
Und Hand in Hand mit dieser wirtschaftlichen Selbstverstümmelung marschiert der transatlantische Aufrüstungswahn. Die NATO-Kommandozentralen fordern wöchentlich neue Milliarden für eine militärische Eskalationsspirale auf europäischem Boden, während die EU-Kommission bereitwillig das Geld der Steuerzahler in Rüstungsdeals pumpt, anstatt die zerfallende Infrastruktur, die kollabierenden Gesundheitssysteme oder die explodierenden Lebenshaltungskosten der eigenen Bürger abzufedern. Man rüstet auf bis zum Ruin, verhängt ein Sanktionspaket nach dem anderen, das nachweislich nur den europäischen Wohlstand zerfrisst, und tut dann mit gespielter Naivität erstaunt, warum die Energiepreise durch die Decke gehen und die eigenen strategischen Speicher geplündert werden müssen. Die Brüsseler Elite verhält sich wie ein bankrotter Schlossherr, der die antiken Möbel im Kamin verheizt, um sich den Anschein von Wärme zu bewahren, während er den Dienstboten erklärt, Frieren sei ein patriotischer Akt gegen das Böse in der Welt. Es ist der pure Zynismus einer herrschenden Kaste, die von den realen Konsequenzen ihrer Dekrete vollkommen entkoppelt ist. Weder Ursula von der Leyen noch ihre Kommissare müssen im Winter darüber nachdenken, ob sie die Heizung anstellen oder die Lebensmittelrechnung bezahlen können. Ihre fürstlichen Gehälter, steuerprivilegiert und inflationsgeschützt, fließen pünktlich aus den Taschen jener Bürger, die man nun mit verknappter Energie und schrumpfender Kaufkraft abspeist.
Man muss den Herrschaften in aller Nüchternheit ins Stammbuch schreiben: Der Green Deal ist nicht reformierbar, er ist mausetot. Er war von Beginn an kein ökologisches Zukunftsprojekt, sondern ein totalitärer Regulierungsapparat zur gesellschaftlichen Umerziehung und zur Enteignung des produktiven Mittelstands zugunsten staatsnaher Konzerne und subventionssüchtiger Nichtregierungsorganisationen. Dass die EU-Kommission nun die strategischen Ölreserven angreift, ist das unumstößliche Eingeständnis des Scheiterns. Es beweist schwarz auf weiß, dass die moderne Zivilisation ohne jene dichten, speicherbaren und bezahlbaren Energieträger, die Brüssel per Federstrich verbieten wollte, keinen einzigen Winter überstehen kann. Die Gesetze der Naturwissenschaften lassen sich halt nicht durch ein Kommissionsvotum wegstimmen, und die globale Geopolitik schert sich keinen Deut um die moralische Selbstüberhöhung europäischer EU-Abgeordneter. Was wir gegenwärtig im Berlaymont erleben, ist das krampfhafte Zucken eines Systems, das den Kontakt zur Realität vollständig verloren hat und nun versucht, die Gesetze der Ökonomie mit den letzten Notreserven zu überlisten.
Die Zeche für diesen kolossalen Betrug zahlen weder die Generaldirektoren noch die PR-Strategen in den Brüsseler Thinktanks, sondern der normale Bürger, der Handwerker, der Fabrikarbeiter und der Rentner. Man hat Europa wehrlos gemacht – wirtschaftlich ausgeblutet, energetisch erpressbar und geopolitisch zum willfährigen Befehlsempfänger fremder Interessen degradiert. Wenn die strategischen Ölreserven erst einmal verpufft sind, um die kurzfristigen Preisspitzen eines verfehlten Systems zu glätten, steht dieser Kontinent vollkommen nackt da. Dann wird kein Notventil mehr helfen und kein beschwichtigendes Kommuniqué aus Brüssel die Öfen wieder anheizen. Wer glaubt, man könne eine industrielle Großregion durch planwirtschaftliche Dekrete und außenpolitische Vasallentreue in die Zukunft führen, hat die Geschichte Europas nicht verstanden. Die Stunde der Abrechnung rückt unbarmherzig näher, und kein Brüsseler Schmäh wird diesen Absturz noch aufhalten können.






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