Man muss der deutschen Polit-Folklore eines lassen: Wenn der Geist kapituliert, übernimmt die Biologie mit erstaunlicher Verlässlichkeit das Ruder. Wo einst im Land der Dichter und Denker um Argumente, Staatsphilosophie und volkswirtschaftliche Vernunft gerungen wurde, regiert im Herbst 2026 die offene Fäkalsprache in ihrer reinsten, greifbaren Materialität. Mehrere Kubikmeter dampfender Pferdemist vor den Glaspalästen und Kreisgeschäftsstellen der Christlich Demokratischen Union markieren den vorläufigen Höhepunkt unseres geschätzten demokratischen Diskurses. Ein Trupp selbsternannter Antifaschisten hielt es für eine glänzende weltanschauliche Großtat, nächtens mit Schaufel, Anhänger und gerechtem Zorn vorzufahren, um den Gehweg mit tierischen Exkrementen zu pflastern. Wer braucht schon Kant oder Habermas, wenn man einen soliden Reitstall im Umland und ein profundes Verständnis für Darmflora besitzt? Es ist das endgültige Absinken der gesellschaftlichen Auseinandersetzung auf das Niveau einer frühkindlichen Trotzphase, in der das Werfen mit Unrat als höchste Stufe des antifaschistischen Widerstands zelebriert wird.
Die Täter gaben sich bei der propagandistischen Begleitmusik naturgemäß keine Mühe, auch nur den Anschein intellektueller Regung zu wahren. Unter der zartfühlenden Losung, man liefere hier lediglich das Passende zum Passenden, wurde die Stinkbombe im Großformat deponiert, wie ein Bericht der Welt über die bundesweiten Attacken schonungslos dokumentiert. Das Prinzip ist simpel: Jeder, der nicht bei drei die sozialistische Einheitsfront besingt oder es wagt, die bundesdeutsche Migrationsmisere auch nur mit nüchternen Zahlen zu streifen, wird kurzerhand zum Menschheitsfeind erklärt und mit Stallabfällen beworfen. Dass man dabei den Fußgängern den Weg versperrt, die städtischen Reinigungskräfte zur Sonderschicht zwingt und nebenbei beträchtliche Mengen Methan in die ohnehin klimasensible Großstadtluft bläst, kümmert den edlen Retter der Moral herzlich wenig. Der Zweck heiligt schließlich nicht nur die Mittel, sondern offensichtlich auch die Geruchsbelästigung unbeteiligter Nachbarn, die am frühen Morgen auf dem Weg zur Schichtarbeit erst einmal durch den Morast stapfen dürfen.
Besonders köstlich gerät in solchen Momenten das gymnastische Verbiegen unserer geschätzten publizistischen Hofberichterstatter in den gebührenfinanzierten Funkhäusern und den Redaktionsstuben des betulichen Haltungsjournalismus. Hätten aufgebrachte Landwirte mit ihren Traktoren denselben Haufen Dung vor einer Parteizentrale der Grünen oder der SPD abgeladen, die Republik stünde Kopf. Wir würden im Halbstundentakt Sondersendungen über den bevorstehenden Umsturz, Brennpunkte über die Verrohung der Bauernschaft und staatsmännische Mahnungen vor dem Terrorismus aus dem Agrarsektor über uns ergehen lassen müssen; der Verfassungsschutz hätte sofort eine Task-Force für agrarischen Extremismus eingerichtet. Fällt der Mist jedoch aus linksextremen Schubkarren vor bürgerliche Büros, verwandelt sich die Empörung der Edelfedern auf wundersame Weise in verständnisvolles Achselzucken. Da wird die Aktion beinahe lyrisch als drastische, aber im Kern doch gut gemeinte Mahnung an die Zivilgesellschaft camoufliert, als unkonventionelle Aktionskunst junger Menschen, die eben verzweifelt um das Schicksal unserer bunten Republik bangen. Das peinliche Schönreden der gewalttätigen Entgleisung gehört im Mainstream mittlerweile zur journalistischen Grundausstattung: Verharmlosen, Kontextualisieren und im Zweifelsfall dem Opfer noch erklären, dass sein schieres Dasein den Geruch überhaupt erst provoziert habe.
Die Reaktion der Angegriffenen selbst spottet derweil jeder Beschreibung und offenbart das ganze Elend der modernen Union. Anstatt die Täter mit dem juristischen Hammer des Strafrechts quer durch die Gerichtsinstanzen zu jagen, geraten die Parteifunktionäre in Schockstarre. Wie NIUS über die internen Krisengespräche enthüllte, berief die CDU Baden-Württemberg eiligst digitale Krisensitzungen ein, um über eine vage Bedrohungslage aus dem linken Spektrum zu lamentieren. Jahrelang hat man im Konrad-Adenauer-Haus und den Landesverbänden jeden Kniefall vor dem rot-grünen Zeitgeist brav vollzogen, hat eifrig Brandmauern gezimmert, sich für jede konservative Silbe präventiv entschuldigt und den Tugendwächtern versichert, man sei doch eigentlich ganz brav, stubenrein und progressiv. Und der Dank für diese jahrelange Selbstaufgabe? Ein stinkender Haufen Gäulerdung vor der eigenen Glasfassade. Es ist die tragikomische Quittung für eine Politik des permanenten Zurückweichens: Wer aus lauter Angst vor der linken Moralkeule seine eigenen Überzeugungen im Schrank einschließt, wird von seinen Gegnern am Ende nicht respektiert, sondern schlichtweg mit Dreck beworfen.
Man muss sich die Psyche der beteiligten Aktivisten vor Augen führen, um das Ausmaß dieser intellektuellen Verarmung zu begreifen. Da versammeln sich junge, vermutlich steuerfinanzierte Soziologiestudenten und Berufsdemonstranten im Schutze der Dunkelheit, vermummen sich bis zu den Nasenlöchern und hantieren mit Tiermist, um der Welt ihre moralische Überlegenheit zu beweisen. Es ist eine fast rührende Regression ins Analstadium: Wenn die semantischen Fähigkeiten nicht mehr ausreichen, um eine Debatte über Steuersätze, Grenzkontrollen oder Wirtschaftsdaten zu führen, greift man instinktiv zum Fäkalienkübel. Dahinter steckt der tiefe, unerschütterliche Glaube, dass der eigene Heiligenschein jede Niedertracht rechtfertigt. Wer auf der Seite des absolut Guten steht, muss weder Gesetze achten noch Anstand wahren; er darf stinken, pöbeln und fremdes Eigentum verwüsten, stets gewiss des wohlwollenden Nickens jener Sympathisanten, die am nächsten Morgen in den Kulturressorts den Tiefsinn dieser stinkenden Intervention deuten.
Bemitleidenswert sind bei dieser ganzen Posse eigentlich nur die Pferde. Diese edlen Geschöpfe haben sich redlich durch Hafer und Heu gefressen, ohne die leiseste Ahnung davon zu haben, dass ihre natürlichen Ausscheidungen als Munition in den ideologischen Schützengräben der Berliner Republik zweckentfremdet werden. Man stelle sich die Szene vor: Da wird im Morgengrauen feinstes organisches Düngemittel zweckentfremdet, das auf jedem Acker wertvolle Dienste leisten könnte, nur um pensionierten Unionsmitgliedern den Zugang zum Senioren-Kaffeekranz zu verwehren. Es ist die Verschwendung von Ressourcen im Namen eines hypertrophen Gerechtigkeitswahns, der nichts hervorbringt außer Spott, Gestank und einer weiteren Vertiefung gesellschaftlicher Gräben.
Das Lehrstück dieser feuchten Herbsttage reicht weit über ein paar schmutzige Türmatten in süddeutschen Städten hinaus. Es zeigt den Zustand eines Landes, in dem die politische Kultur vollends vor dem Pöbel kapituliert hat. Während die politische Klasse in Berlin über Wehrhaftigkeit schwadroniert und Gesetze gegen Hass und Hetze am laufenden Band produziert, genügt eine Fuhre Mist, um zu demonstrieren, wie schutzlos und mutlos die vorgeblichen Stützen des Staates in Wahrheit dastehen. Wer wissen will, wo die Bundesrepublik im Jahr 2026 gelandet ist, muss weder Grundsatzprogramme noch Koalitionsverträge studieren; ein kurzer Blick auf den Vorplatz einer x-beliebigen CDU-Kreisgeschäftsstelle genügt völlig. Der Gestank verfliegt vielleicht nach drei Tagen intensiven Kärcherns, die intellektuelle Bankrotterklärung aber bleibt.


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