Die Sommerpause scheint bei Friedrich Merz eher ein Crashkurs in Realität gewesen zu sein. Zumindest ließ sich der CDU-Kanzler in Niedersachsen zu der Aussage hinreißen, der deutsche Sozialstaat sei in seiner jetzigen Form schlicht nicht mehr finanzierbar. Ein bemerkenswertes Eingeständnis, das jedoch nichts an seiner politischen Linie ändert: weiter Schulden, weiter Umverteilung, weiter Staatskontrolle. Von einer echten Kurskorrektur, etwa durch weniger Bürokratie oder mehr Eigenverantwortung, keine Spur. Selbstkritik als rhetorisches Feigenblatt, während im Hintergrund die nächste Steuererhöhung bereits vorbereitet wird.

Doch immerhin, Merz wagte das Unaussprechliche: Er sprach offen aus, dass Millionen Bürgergeldempfänger arbeitsfähig wären, aber nicht arbeiten. Ein Satz, der in der politischen Realität Berlins wie ein Tabubruch klingt. Gleichzeitig schrumpft das Bruttoinlandsprodukt, die Privatwirtschaft stürzt ins Minus, und die amtierende Regierung verkauft das Ganze als „Wachstumspause“. Tatsächlich steckt Deutschland längst mitten in einer Depression, in der nur noch der staatliche Schuldenmotor aufheult, um die Fassade aufrechtzuerhalten.

Während Merz die Misere im eigenen Land notdürftig adressierte, ging es in Brüssel und Washington um die größere Bühne. Mario Draghi, der ewige Goldman-Sachs-Krisenmanager im Auftrag der EU, lieferte einmal mehr den altbekannten Refrain: Europa müsse zentraler, geeinter, staatsähnlicher agieren. Mit anderen Worten: weniger Demokratie, mehr Macht in Brüssel, mehr Kontrolle durch Technokraten. Es ist derselbe autoritäre Reflex, den Draghi schon in der Eurokrise perfektionierte – diesmal ausgeweitet auf alle politischen Felder. Kritik daran wird nicht diskutiert, sondern weggeschwiegen oder zensiert.

Auch Christine Lagarde nutzte die internationale Bühne, um ihr Mantra zu verkünden: Europa brauche Massenzuwanderung, sonst sei kein Wachstum mehr möglich. Welch ein Zynismus! Während Millionen illegale Migranten in den Sozialkassen versorgt werden und die kulturellen Konflikte zunehmen, verkauft die EZB-Chefin Migration als alternativlosen Heilsbringer. Kein Wort über Automatisierung, über KI oder über die Chancen technologischer Entwicklung. Stattdessen die plumpe Behauptung, ohne Migration sei Europa ökonomisch tot. Dass sie diese Thesen ausgerechnet in den USA vortrug, wo gerade eine Wende in der Migrationspolitik stattfindet, zeigt die groteske Abgehobenheit der EU-Eliten.

So ergibt sich ein bitteres Gesamtbild: Deutschland steckt in der Wirtschaftsfalle, der Sozialstaat droht zu implodieren, und die EU reagiert mit noch mehr Zentralismus, noch mehr Reglementierung, noch mehr Migration. Merz jammert über Zahlen, Draghi träumt von der Vereinigten Staaten von Europa, Lagarde verklärt Massenzuwanderung zum Wachstumswunder. Was fehlt, ist der nüchterne Blick auf die Realität: Die selbstverschuldete Energiekrise, die Überregulierung und die grenzenlose Zuwanderung sind keine Lösung, sondern die Ursachen der Katastrophe. Europa beschleunigt auf direktem Kurs in den Systemkollaps – und die Eliten feiern es als Fortschritt.